Politik, Geschichte
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Die Raubritter von Falkenstein
Eine Burgruine im Höllental ist nach dem Rittergeschlecht der Falkensteiner benannt. Sie werden in der Regionalliteratur oft auch als Raubritter bezeichnet.
Woher kam diese Familie, die nach 1100 mehr als 250 Jahre auf ihrer Burg hoch über dem Höllental residierte? Was ist aus ihnen geworden, nachdem die Stadtherren von Freiburg ihre Burg 1388 erstürmen und zerstören ließen?
Die Spurensuche führt nach Weiler im Dreisamtal, heute ein Ortsteil von Stegen im Dreisamtal. Als die Zähringer Herzöge 1093 ihr Kloster in St. Peter gründeten, waren es Hitto von Weiler und seine Söhne, die den Zähringern den günstigen Platz droben im Schwarzwald zeigten. Diese Edlen von Weiler waren die Vorfahren der Falkensteiner.
Über diese Anfänge, das Ende der Falkensteiner und ihre Spuren bis heute berichtet der Neustädter Historiker und Buchautor Dr. Roland Weis.
Eure Einheit, unsere Einheit
Wenn wir über die Einheit Deutschlands sprechen, meinen wir oft die Erfahrungen der „Mehrheitsgesellschaft“. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? Ihre Geschichten erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Es ist höchste Zeit, sich diesen Leerstellen in unserer Erinnerungskultur zu widmen - seien Sie Teil davon!
Gesprächsgast 1: Paulino José Miguel
Paulino José Miguel kam 1982 mit 11 Jahren allein aus Mosambik in die DDR, um dort seine schulische und später auch berufliche Ausbildung fortzusetzen. Grundlage hierfür war ein Staatsvertrag zwischen Mosambik und der DDR, der 900 Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren ermöglichte, in Deutschland einen Schulabschluss zu machen. Seit 2008 leitet Herr Miguel beim Stuttgarter Forum der Kulturen das „Kompetenzzentrum Migration Entwicklung Partizipation“. Außerdem ist er Repräsentant der migrantischen Organisationen im Rat für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg. Für sein Engagement als Brückenbauer in der Arbeit für die Rechte von Migrantinnen und Migranten, den interkulturellen Dialog und die Entwicklungszusammenarbeit wurde Paulino Miguel 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Gesprächsgast 2: Cahit Başar
Cahit Başar wurde 1966 in Duisburg geboren. Seine kurdischen Eltern waren einige Jahre zuvor aus der Türkei in die Bundesrepublik gekommen. Er gehörte zu den ersten Kindern mit kurdischem Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden. Heute arbeitet Cahit Başar als Geschichts- und Politiklehrer. Er war Gründungsmitglied und langjähriger Sprecher des Netzwerks der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte in NRW. Cahit Başar ist der aktuelle Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Mitglied im „Fachbeirat Gesellschaftliche Aufarbeitung/Opfer und Gedenken” der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Moderation: Nhi Le
Nhi Le ist Journalistin, Moderatorin und Autorin. Ihre Schwerpunkte sind digitale Medienkultur, die Schnittstellen zwischen Pop und Politik und die Einwanderungsgesellschaft Ostdeutschland mit Fokus auf die vietnamesische Diaspora. Aktuell arbeitet sie vor allem für den Norddeutschen Rundfunk und für andere öffentlich-rechtliche Medien. Die ZEIT zählt sie zu den 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. 2021 wurde sie vom Medium Magazin zu den Top 30 bis 30 Journalist*innen des Landes gewählt. Ihre Arbeit wurde mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.
Gerd Grimm (1911–1998)
Zu Lebzeiten galt der Grafiker Gerd Grimm, als der einzige deutsche Modezeichner von internationalem Rang. Als so genannter „Halbjude“ konnte er während der Hitler-Diktatur seine Arbeiten nur über Vermittlung seiner „arischen“ Lebensgefährtin. verkaufen. Zur Wehrmacht eingezogen wurde er 1940, doch als „wehrunwürdger Halbjude” wieder entlassen.
1946 ging er in die USA, 1951 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Freiburg-Littenweiler nieder. Da die Modemagazine inzwischen auf Fotografie setzten, musste er über Werbung seinen Lebensunterhalt verdienen – und gestaltete über 23 Jahre hin die Werbekampagne für die Zigarettenmarke Reval. Schöne Frauen aber blieben sein Leben lang das vorherrschende Thema. Gerd Grimm wurde zum Zeichner des „Fräuleinwunders“, „Grimms Mädchen“ wurden legendär. Emmendinger Gymnasiasten gab er 1961 ein bemerkenswertes Interview.
Thomas Jefferson und das andere Amerika
Zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Großbritannien lohnt es sich, einen ihrer wichtigsten Gründerväter näher zu betrachten: Thomas Jefferson, Autor der Unabhängigkeitserklärung, Großgrundbesitzer und Sklavenhalter, erst Diplomat und Außenminister, dann dritter Präsident der USA, aufgeklärter Philosoph, Erfinder und Architekt. Er starb am 4. Juli 1826 - auf den Tag 50 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung. Als der „Weise von Monticello" hat ihn die Nachwelt verehrt und als „American Sphinx" in Frage gestellt. Wer war dieser ungewöhnliche Mann und warum ist er heute vielleicht aktueller denn je?
Franz Liszts Dante-Symphonie
Liszt war als genialer Pianist in ganz Europa bekannt. Als Komponist forderte er eine Erneuerung der Musik und der Rolle des Künstlers. Seine symphonische Dichtung schockierte im 19. Jahrhundert die Anhänger der absoluten Musik. Das traurige Schicksal seines Freundes Hector Berlioz veranlasste Liszt dazu, auf die Bedeutung des Künstlertums aufmerksam zu machen. Der Künstler sollte nunmehr nicht mehr „Diener der Gesellschaft, der Monarchie oder des Bürgertums“ sein, sondern als eigenständige Persönlichkeit anerkannt und gefördert werden. „Wir sind Steuermänner, keine Ruderknechte.“ Am 7. November 1857 wurde die Dante-Symphonie in Dresden uraufgeführt. Es wurde ein Misserfolg. „Unmusik“ sei das, meinte Johannes Brahms und „Das Wunderkind, der reisende Virtuose und der Salonmensch haben den Komponisten ruiniert.“
Die Geschichte der Zisterzienser und ihre Architektur
Der Vortrag beleuchtet den katholischen Mönchsorden und seine Architektur.
Das Wandbild von Theodor Kammerer (1894, Freiburg - 1961, Waldkirch)
Bei den Umbauarbeiten des ehemaligen Freiburger Verkehrsamtes zum Dokumentationszentrum Nationalsozialismus wurde ein Wandbild Theodor Kammerers aus dem Jahr 1939 entdeckt. Über Jahrzehnte hinweg war es hinter einer Verschalung verborgen gewesen. Das großformatige, auf Holzplatten aufgemalte Bild zeigt eine Freizeitszene mit Männern und Frauen am Titisee. Die Motive entsprechen der Ästhetik und dem Zeitgeist der NS Ideologie. Für das Verständnis der NS Geschichte Südbadens und auch der Kunst der damaligen Zeit ist dieser Fund bedeutend. Nach sorgfältiger Abwägung wurde das Bild daher mit einem erklärenden Text versehen und in die Dauerausstellung integriert. Der Vortrag beschäftigt sich mit den im Bild verarbeiteten Themen „Freizeit", „Darstellung von Mann und Frau" und „Schwarzwaldlandschaft". Eingegangen wird überdies auf die Vorbilder für die einzelnen Bildpartien in der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts, in Werken der Klassischen Moderne sowie der NS-Malerei.
Jungsein in Demokratie & Diktatur
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Gemeinsam gehen wir der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken.
Gesprächsgast 1: Lisa Trebs
Lisa Trebs ist Mitgründerin der Initiative k_einheit und Teil der ostdeutschen Generation Z. Sie setzt sich dafür ein, dass junge Menschen aus Ostdeutschland und ihre Perspektiven in gesellschaftlichen Debatten gehört werden. Mit k_einheit entwickelt sie Projekte, Workshops sowie Dialog- und Ausstellungsformate, die sich mit dem Erleben von Einheit, dem Erbe der Wiedervereinigung und der Zukunft Ostdeutschlands auseinandersetzen. Lisa arbeitet hauptberuflich in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und bringt diese globale Perspektive in ihr zivilgesellschaftliches Engagement ein.
Gesprächsgast 2: Tim Eisenlohr
Tim Eisenlohr wurde 1973 in Ost-Berlin geboren. In der DDR engagierte er sich schon als Jugendlicher politisch in der oppositionellen Umweltbibliothek. In der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 wurde der 14-jährige Tim zusammen mit anderen Mitarbeitern der Umweltbibliothek verhaftet. Er reiste im Sommer 1989 mit seiner Familie nach West-Berlin aus und ging dort weiter zur Schule. In der Bundesrepublik setzte er sein Engagement unter anderem bei „amnesty international“ fort. Heute ist Tim Eisenlohr als Politischer Bildner aktiv und setzt sich für Menschen in Not ein – beispielsweise beim Kältebus der Kältehilfe des DRK.
Moderation: Miriam Menzel
Miriam Menzel moderiert Veranstaltungen und Diskussionsformate mit Bezug zu ihren Arbeitsschwerpunkten: historisch-politische Bildung und Erinnerungskultur in der digitalen Gesellschaft. Sie hat zuletzt für die EKD, die Gesellschaft für eine gute Zukunft, die Alfred Landecker Foundation und die Kooperative Berlin gearbeitet. Zu den von ihr konzipierten und geleiteten Projekten, die sich mit dem Jung-Sein in der DDR beschäftigen, gehört u. a. die Podcast-Reihe „Young and Free".
Aktuelle Politik
Geht es Ihnen auch so? Da passiert etwas Unvorhergesehenes in der Politik, die Medien überschlagen sich mit Meldungen, aber wirkliche Informationen, Hintergründe etc. erfahren Sie nicht oder nur nach reiflicher Recherche. Auch die vhs Nördlicher Breisgau kann zumeist erst im folgenden Semesterprogramm darauf reagieren. Deshalb bieten wir genau dafür eine aktuelle Politik Matinee zu den aktuellen politischen Ereignissen an. Das Thema wird ca. zwei Wochen vor dem Termin auf der Homepage bekanntgegeben.
Das Bauhaus und seine Folgen
Das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Bauhaus gilt als wegweisende Einrichtung – seine Architektursprache und die Designentwürfe bilden die Basis für eine Strömung der Nachkriegsarchitektur und zeigen sich in gegenwärtigen Werken. Der Vortrag will die Entwicklung des „Bauhaus-Stils“ seit seinem Beginn verfolgen und aufzeigen, wie sich die Ideen der Institutionen trotz der politischen Repressalien und des Verbots 1933 durchsetzen konnten.
Aktuelle Politik
Geht es Ihnen auch so? Da passiert etwas Unvorhergesehenes in der Politik, die Medien überschlagen sich mit Meldungen, aber wirkliche Informationen, Hintergründe etc. erfahren Sie nicht oder nur nach reiflicher Recherche. Auch die vhs Nördlicher Breisgau kann zumeist erst im folgenden Semesterprogramm darauf reagieren. Deshalb bieten wir genau dafür eine aktuelle Politik Matinee zu den aktuellen politischen Ereignissen an. Das Thema wird ca. zwei Wochen vor dem Termin auf der Homepage bekanntgegeben.
Und der Haifisch, der hat Zähne... Bertolt Brecht (1898-1956)
Bertolt Brecht, der Gründer des epischen Theaters -einer völlig neuen Theaterform im 20. Jahrhundert- wird als Jahrhundert-Genie bezeichnet. Er hinterließ ein umfangreiches Werk aus Theaterstücken, Filmen und Drehbüchern und unzähligen Gedichten, von denen viele vertont wurden. Dieser Vortrag stellt Brechts Biographie vor, umrahmt von Liedern und Gedichten. Die musikalische Gestaltung mit Gesang und Klavier hat Kirchenmusikdirektor Jörn Bartels.
„Gute verschwiegene Tagebuchfreundin..."
Das Deutsche Tagebucharchiv (DTA) hat neben Tagebüchern auch Autobiografien und Briefe in seinem Bestand, Tagebücher sind jedoch der eigentliche Schatz des 1998 gegründeten Citizen Science Projekts. Mittlerweile hat das DTA über 27500 Dokumente von fast 6000 Schreibenden in seinem Bestand. Bei der Führung können das älteste, das jüngste, das größte, das kleinste, das umfangreichste und das schmalste Tagebuch bestaunt werden. Auch Geheimschriften, Steno, Tagebücher aus weiter Ferne und aus der Regio sind zu sehen. Wer schreibt Tagebuch und warum? Was macht ein Tagebuch aus? Neben der lebendigen Museumsführung werden auch Tagebuchauszüge zu Gehör gebracht.
Narren, Schellen und Marotten
Wie kommt ein Narr als Wasserspeier ans Freiburger Münster? Was hat die Fast-Nacht mit der Fastenzeit zu tun? Warum feiern die Basler eine Woche später als wir ihre Fasnacht? Warum wurden nach dem 1. Weltkrieg so viele Narrenzünfte neu gegründet? Diese und andere Fragen beantwortet Peter Kalchthaler aus Freiburg, aktiver Fasnetsnarr aber auch studierter Volkskundler und Fastnachtsforscher.
Georg Büchner
Vor 190 Jahren starb Georg Büchner, am 17. Oktober 1813 geboren und kaum 24 Jahre alt geworden. Er gehört zu den bedeutendsten, aber auch aufregendsten Autoren der deutschen Literatur. Unter dem Druck kleinstaatlicher Repression wandte er sich gegen politische Bevormundung und gegen die klassizistischen Verklärungstendenzen seiner Zeit. Dabei entwickelte er dramatische Gestaltungsformen, die zuerst Befremden und Ablehnung, dann aber große Nachwirkung hervorriefen und bis heute modern sind. Die Veranstaltung orientiert über Büchners Lebensweg, sein aufgewühltes Umfeld und seine Hauptwerke, das desillusionistische Geschichtsdrama „Dantons Tod“, die anrührende Erzählung „Lenz“ und das bahnbrechende soziale Drama „Woyzeck“. Ergänzt wird sie durch eine kleine Sammlung von Bildern und Texten.